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Artenschutzprojekt Waldrappteam 2012

 

 

Der Waldrapp ist in freier Wildbahn hochgradig gefährdet. Es gibt weltweit nur noch drei Individuen im Mittleren Osten, die das arttypische Zugverhalten zeigen, sowie eine überwiegend sedentäre Kolonie in Marokko. Bis zum Beginn des 17. Jh. war der Waldrapp als Zugvogel auch in Europa verbreitet.

Seit 10 Jahren bemühen sich das Waldrappteam und seine Partner insbesondere darum, den Waldrapp als Zugvogel zu erhalten und neue Zugtraditionen zu schaffen. Mit Nachkommen europäischer Zoopopulationen konnte eine erste freilebende Waldrapp-Kolonie gegründet werden, die zwischen dem Brutgebiet in Burghausen/Bayern und dem Wintergebiet in der südlichen Toskana migriert.

Innerhalb der nächsten 10 Jahre sollen insgesamt drei selbständige, migrierende Kolonien wiederangesiedelt werden, mit Brutgebieten in Salzburg, Burghausen und Passau und einem gemeinsamen Wintergebiet in der Toskana. Um ein nachhaltiges Überleben zu sichern, müssen die Verluste durch illegale Abschüsse in Italien reduziert werden. Das soll durch ein umfangreiches Engagement gemeinsam mit anderen Organisationen erreicht werden. Der Waldrapp ist in diesem Zusammenhang eine Zeigerart einer allgemeinen Bedrohung für Zugvögel. Seit 2010 engagiert sich das Waldrappteam zudem für die Erhaltung der letzten migrierenden Wildpopulation im Mittleren Osten. Die im Projekt entwickelten und erprobten Methoden kommen zunehmend auch für Bestandsstützungen und Wiederansiedlungen innerhalb des ehemaligen Verbreitungsgebietes zur Anwendung. Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes ist die Grundlagenforschung zu allgemeinen Themen der Vogelmigration.

 
Waldrapp Team
Waldrapp Team
Waldrapp Team

Das Waldrapp Projekt

Waldrapp Junges und Ei

Der ehemals auch im Alpenraum verbreitete Waldrapp (Geronticus eremita) zählt heute zu den bedrohtesten Vogelarten der Welt. Im 19. Jh. wurden größere Kolonien in Nordafrika und der Türkei „wiederentdeckt“, aber auch hier verschwanden die Kolonien, verursacht durch direkte Verfolgung und durch Pestizideinsatz rasch. Ende der 80er Jahre gab es nur mehr eine kleine Kolonie von 50 Brutpaaren in Marokko und eine halbwilde Kolonie von 60 Vögeln in der Türkei. Inzwischen hat sich die Situation durch intensive Schutz- und Managementmaßnahmen erfreulich verbessert. In Marokko gibt es wieder an die 200 Brutpaare.

In den Zoos wird der Waldrapp seit den 50er Jahren erfolgreich gehalten und nachgezüchtet. Das Verhalten und die Brutbiologie des Waldrapp wurden im Alpenzoo gründlich erforscht. Seit 1997 gibt es Forschungsprojekte, um eine Erfolg versprechende Wiederansiedlung des Waldrapp zu erarbeiten. Das waldrappteam.at versucht handzahmen Waldrappen eine Zugroute zu lehren. Die ersten Vögel haben erfolgreich die Wanderroute hinter sich gebracht und sind im folgenden Jahr auch wieder an ihren Ursprungsort zurückgekehrt. Die OZO unterstützt dieses weltweit einzigartige Forschungsprojekt sowohl finanziell als auch mit Waldrappküken.

Für ausführliche Informationen zum Waldrapp und seine Situation im Freiland und aktuelle Projekte besuchen Sie bitte die homepage der International Advisory group for the Northern Bald Ibis www.iagnbi.org

 
 
 
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